
Autosuggestion: die Methode von Émile Coué, heute weitergedacht
Autosuggestion heißt: Sie beeinflussen sich selbst, indem Sie sich einen Satz immer wieder vorsagen, bis er sich selbstverständlich anfühlt. Bekannt gemacht hat die Methode der französische Apotheker Émile Coué vor gut hundert Jahren. Seine Regel war einfach: täglich, halblaut und ohne Anstrengung wiederholen.
Wie ich die Methode heute in stiller Form anwende, zeige ich im kostenlosen E-Mail-Kurs.
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Wer war Émile Coué?
Émile Coué (1857-1926) arbeitete lange als Apotheker in Troyes. Dort fiel ihm auf, wie sehr Worte und Erwartungen das Erleben eines Menschen färben. Er befasste sich mit der Hypnose der Schule von Nancy und kam zu einem Schluss, der seine Methode trägt:
Eine Suggestion wirkt erst, wenn der Mensch sie selbst annimmt. Jede Suggestion ist im Kern eine Autosuggestion.
Später unterrichtete er in Nancy, sein Buch über die bewusste Autosuggestion machte ihn Anfang der 1920er-Jahre international bekannt.
Die Formel von Coué
Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser.Im Original: „Tous les jours, à tous points de vue, je vais de mieux en mieux.“
Seine Anweisung dazu war genau:
- morgens nach dem Aufwachen
- abends vor dem Einschlafen
- zwanzigmal hintereinander, halblaut
- gezählt an einer Schnur mit zwanzig Knoten
- gleichförmig, ohne Anstrengung, ohne Grübeln über den Sinn
Der Satz ist bewusst allgemein. Er behauptet nichts Bestimmtes, dem der Verstand widersprechen könnte. Darin liegt seine Stärke.
Das Gesetz der umgekehrten Anstrengung
Coués wichtigste Beobachtung betrifft den Willen. Ein Brett, das auf dem Boden liegt, überqueren Sie mühelos. Liegt dasselbe Brett hoch oben zwischen zwei Kirchtürmen, ist die Vorstellung vom Fallen stärker als jeder Wille.
Wenn Wille und Vorstellung gegeneinander arbeiten, setzt sich die Vorstellung durch, und je mehr Sie sich anstrengen, desto deutlicher.Coué, sinngemäß
Für die Praxis heißt das: Autosuggestion ist kein Willensakt. Wer zähneknirschend „Ich bin ruhig!“ sagt, übt eher die Unruhe. Der Satz soll leicht und beiläufig kommen, wie eine Melodie, die man vor sich hin summt.
Autosuggestion, Selbstsuggestion, Affirmation: die Begriffe
Selbstsuggestion
Dasselbe wie Autosuggestion, nur ohne griechische Vorsilbe.
Affirmation
Eine Form davon: ein Satz in der Ich-Form, den Sie für sich wählen. „Ich bleibe gelassen.“
Suggestion
In der Du-Form, „Du bleibst gelassen“. Passt für manche besser, weil sie wie von außen kommt. Andere lehnen genau das ab.
Ich stelle da keine Regel auf. Einzelheiten unter Affirmation oder Suggestion?
Positive Suggestionen beschreiben, was Sie wollen, nicht was Sie loswerden möchten: „Ich bleibe gelassen“ statt „Ich rege mich nicht mehr auf“. Das Wort „nicht“ lenkt die Aufmerksamkeit genau auf das, was Sie vermeiden wollen.
Selbstsuggestion praktisch: eine Anleitung
- Wählen Sie einen Satz für einen Monat. Kurz, in der Gegenwart, positiv und so, dass Sie ihn gerade noch glauben können.
- Sprechen Sie ihn morgens und abends zwanzigmal, halblaut. Statt der Knotenschnur tut es ein Zähler auf dem Handy.
- Bleiben Sie gleichförmig. Keine Anstrengung, kein Pathos, kein ständiges Prüfen, ob sich schon etwas tut.
- Notieren Sie einmal pro Woche in einem Satz, was Ihnen auffällt. Mehr nicht.
- Entscheiden Sie nach einem Monat, ob Sie bei diesem Satz bleiben oder einen neuen wählen.
Was Autosuggestion schwer macht
Die Methode ist einfach, das Durchhalten nicht. Drei Hindernisse begegnen fast jedem:
Das Durchhalten
Die meisten hören nach einer Woche auf, weil zwanzig Sätze zweimal am Tag im Alltag untergehen.
Der innere Widerspruch
Wer laut „Ich bin selbstsicher“ sagt und sich dabei nicht so fühlt, hört innerlich ein „Stimmt doch gar nicht“. Dieser Einwand wird jedes Mal mitgeübt.
Halblaut geht nicht überall
Im Büro, in der Bahn oder neben jemandem, der schläft, fällt die Übung aus.
Die stille Variante: Autosuggestion weitergedacht
Hier setzt meine Weiterentwicklung an. Ich spreche meinen Satz einmal mit meiner eigenen Stimme ein und mache die Aufnahme unhörbar: Die Sprache wird auf eine Trägerfrequenz an der Obergrenze des Hörbaren moduliert. Das Ergebnis heißt Silent Subliminal. Die Aufnahme läuft über Lautsprecher oder Kopfhörer im Hintergrund, stundenlang, ohne dass jemand im Raum etwas hört.

Damit fallen zwei der drei Hindernisse weg: Die Wiederholung braucht keine Disziplin mehr, und keine Situation macht die Übung peinlich. Dass auch der innere Widerspruch leiser wird, wenn der Satz nicht mehr bewusst gehört wird, ist die Idee dahinter. Beweisen kann ich Ihnen das nicht, ausprobieren können Sie es kostenlos.
Häufige Fragen
Ist Autosuggestion wissenschaftlich belegt?
Gut belegt ist, dass wiederholte Aussagen glaubwürdiger erscheinen, Psychologen nennen das den Wahrheitseffekt. Ebenso, dass Erwartungen das Erleben beeinflussen. Für Coués Methode als Ganzes gibt es kaum moderne Studien. Ich behandle sie als Übung, nicht als Versprechen.
Was unterscheidet Autosuggestion von Selbsthypnose?
Bei der Selbsthypnose versetzen Sie sich zuerst in einen tiefen Entspannungszustand und geben sich dann die Suggestion. Coué verzichtete darauf. Er ließ seine Formel im wachen Zustand sprechen, nur eben nach dem Aufwachen und vor dem Einschlafen, wenn der Kopf ohnehin ruhiger ist.
Wie lange sollte ich einen Satz üben?
Coué nannte keine feste Dauer, er empfahl die Formel als tägliche Gewohnheit. Ich rate zu einem Monat je Satz, jeden Tag ohne Pause. Danach wissen Sie, ob er zu Ihnen passt.
Kostenloser E-Mail-Kurs: Autosuggestion in stiller Form
Zehn Etappen, eine pro Tag, per E-Mail. Darunter:
- Etappe 1: eine Vorführung mit dem Fledermaus-Detektor und einige Silent Subliminals zum testweisen Anhören
- Etappe 2: die kostenlose App, mit der Sie unhörbare Botschaften auf dem Handy sichtbar machen
- Etappe 5: welche Affirmationen nach hinten losgehen, und wie Sie das vermeiden
- Etappe 8: die wichtigste Übung, bevor Sie Ihren ersten eigenen Satz aufnehmen
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