Das Silent Subliminals Patent: Was Lowerys US-Patent beschreibt, und der geheime Teil
Die kurze Antwort: Die Silent-Subliminal-Technik wurde 1989 vom Raumfahrt-Ingenieur O. M. Lowery zum Patent angemeldet. Der Titel: „Silent Subliminal Presentation System“, US-Patent 5.159.703. Der offene Teil beschreibt, wie Sprache auf eine unhörbare Trägerfrequenz moduliert wird. Das Unterbewusstsein kann sie dann dekodieren. Genau das macht das Silent-Plugin. Ein Teil des Patents gilt bis heute als nicht freigegeben. Was darin stehen soll, ist Stoff für den zweiten Abschnitt. Und: Es gibt weit mehr Subliminal-Patente, als man denkt.
Wer hat Silent Subliminals erfunden?
O. M. Lowery, ein amerikanischer Raumfahrt-Ingenieur, meldete die Technik 1989 zum Patent an, in Form eines logarithmischen Sound-Filters. Erteilt wurde es am 27. Oktober 1992 als US-Patent 5.159.703 („Silent Subliminal Presentation System“), Erfinder Oliver M. Lowery. Lowery beschreibt nicht das Verstecken von Botschaften unter Musik. Das sind die älteren „maskierten“ Subliminals. Bei ihm wird die Botschaft selbst in einen Bereich verschoben, den das Ohr nicht mehr bewusst hört. Dabei bleibt sie verständlich.
Was im offenen Teil steht: Modulation statt Pitch
Der Kern des Verfahrens: Die Sprache wird nicht einfach in eine höhere Tonlage gepitcht. Sie wird mit einem Algorithmus auf eine Trägerfrequenz „moduliert“, und zwar so, dass das Unterbewusstsein sie wieder dekodieren kann. Ein simples Pitchen ohne Modulation erzeugt unhörbare Töne, die nicht dekodiert werden. Deshalb funktionieren Bastellösungen mit dem Tonhöhen-Effekt nicht. Es braucht eine Software, die den Silent-Effekt beherrscht. Dass Menschen auf Ultraschall aufmodulierte Sprache tatsächlich verstehen, hat die Forschung unabhängig davon gezeigt. Die Belege stehen unter Silent Subliminals Studien.
Der geheime Teil des Patents
Wir erinnern uns: Das Silent Subliminals Patent ist nur zu Teilen offengelegt. Worum geht es eigentlich bei dem „nicht offenen Teil“? Zuletzt habe ich es im äußerst gewagten (und inzwischen vergriffenen) Buch „Zaubergesang“ von Franz Bludorf erneut gelesen. Davor oft irgendwo im obskuren Internet. Der noch verheimlichte Teil soll aus Folgendem bestehen: Angeblich kann man mit diesem System konkrete Gefühlszustände per EEG akkurat aufzeichnen (Ekstase, Trauer, Freude, Langeweile, Liebe, Lust, Aggressivität). Dann speichern, ummodeln und per Lautsprecher auf stillen Frequenzen auf einen Menschen senden. Der schwingt sich dann unausweichlich auf diesen Gefühlszustand ein.
Kann man glauben, muss man aber nicht. Die US-Militärforschung arbeitete 2010 an einem System zur Fernsteuerung von Hirnaktivität per Ultraschall. Das haben Handelsblatt, WELT und WIRED berichtet; die Belege stehen ebenfalls auf der Studien-Seite. Ich gehe davon aus, dass dieser Teil des Patents noch eine Weile unter Verschluss bleibt, wenn es denn so stimmt.
Wie viele Subliminal-Patente gibt es? Recherche im Deutschen Patentamt
Ich habe mir mal den Spaß gemacht, im Deutschen Patentamt in München nachzuforschen. Wie viele internationale Patente im Bereich „Subliminal-Technik“ liegen eigentlich vor? Oder: Wie viele Patente benutzen zumindest den Begriff „subliminal“ in ihrer technischen Beschreibung? Das wäre eine wirklich gute Frage für „Wer wird Millionär“, oder? Also, wie viele Subliminal-Patente gibt es? a) 10, b) 40, c) 100, d) 250.
Bevor ich die Antwort verrate, darf ich sagen, dass ich selber überrascht war. Ehrlich, „da gibt es nicht mehr viel zu erfinden“, könnte man denken. Denn es gibt zweihundertfünfzig von diesen Patenten, 2-5-0, und jedes ist anders. Glaubst du mir nicht? Dachte ich mir. Einfach mal im Deutschen Marken- und Patentamt „subliminal“ in die Patent-Suchmaske eingeben. Tolle Titel sind dabei:
- Subliminal Marketing Display (Anzeigetafel für unterschwellige Werbung)
- „Transform the mind jewelry“ (etwa: „Die Gehirnschatztruhe transformieren“) (wow!)
- Subliminal Message protection (Schutz vor unterschwelligen Nachrichten)
- Digitale Wasserzeichen
- und natürlich das „Silent Subliminal Presentation System“, unser gut bekanntes US-Patent.
Was das für Anwender bedeutet
Der offene Teil reicht völlig, um eigene Silent Subliminals zu erstellen. Nichts daran ist geheim, und das Verfahren ist seit über 30 Jahren bekannt. Was fehlt, ist die Forschung dazu. Die Technik war lange nicht „beforschbar“, weil das Patent nicht vollständig freigegeben war. Das ist einer der Gründe, warum es bis heute keine Studie zum Produkt gibt. Wie auch immer es weitergeht: Nutzen wir derweil den offenen Teil des Patents, und erstellen wir unsere eigenen Silent Subliminals!
Häufige Fragen zum Patent
Ist das Silent Subliminals Patent noch gültig?
Nein. Angemeldet am 28. Dezember 1989, erteilt am 27. Oktober 1992, inzwischen abgelaufen. Google Patents führt es als „Expired“. Das Verfahren selbst ist also längst frei verwendbar. Der „nicht freigegebene Teil“ betrifft nicht das Verfahren zum Stillmachen von Sprache. Er betrifft die angeblichen Anwendungen darüber hinaus.
Kann ich das Patent selbst nachlesen?
Ja, der Volltext des US-Patents 5.159.703 ist bei Google Patents öffentlich; der Link steht oben. Wer Patente rund um „subliminal“ zählen will, nutzt die Suchmaske des Deutschen Patent- und Markenamts (DEPATISnet).
Nutzt das ULTRA-Paket dieses Patent?
Das Silent-Plugin setzt um, was der offene Teil beschreibt: Sprache auf eine unhörbare Trägerfrequenz modulieren, so dass sie dekodierbar bleibt. Mit dem angeblichen geheimen Teil hat das Paket nichts zu tun. Es macht Wörter still, keine Gefühle.
